So funktioniert Versicherungsmantel
Was ist das eigentlich?
Bei einer fondsgebundenen Renten- oder Lebensversicherung fließen Beiträge nicht einfach auf ein Bankkonto. Sie werden – je nach Tarif – in ausgewählte Fonds oder ETFs investiert. Der Wert des Vertrags hängt deshalb wesentlich von der Entwicklung dieser Anlagen ab. Gleichzeitig ist das Ganze ein Versicherungsvertrag mit eigenen Regeln für Kosten, Bezugsrechte und Auszahlung.
So funktioniert die Ansparphase
Sie zahlen regelmäßig, einmalig oder über Sonderzahlungen ein. Nach Kosten wird das Kapital in die gewählten Fonds oder ETFs investiert. Umschichtungen innerhalb des Versicherungsmantels lösen beim Versicherungsnehmer grundsätzlich nicht dieselbe unmittelbare Veräußerungsbesteuerung aus wie ein Verkauf im privaten Depot. Auch die Vorabpauschale des normalen ETF-Depots wird nicht auf Ebene des Versicherungsnehmers laufend angesetzt.
Was passiert bei der Auszahlung?
Je nach Tarif sind Kapitalauszahlung, Auszahlungsplan und lebenslange Leibrente möglich. Bei einer begünstigten Kapitalauszahlung kann nach geltendem Recht unter Voraussetzungen wie mindestens zwölf Jahren Vertragsdauer und dem maßgeblichen Mindestalter nur ein Teil des Gewinns steuerlich angesetzt werden. Für Verträge ab 2012 ist hierfür grundsätzlich die Vollendung des 62. Lebensjahres relevant. Bei einer privaten Leibrente greift dagegen die Ertragsanteilsbesteuerung.
Was macht der RenditeRitter daraus?
Der RenditeRitter trennt Beiträge, Wertentwicklung und Kosten und simuliert anschließend mehrere Auszahlungswege. So sehen Sie nicht nur, was im Vertrag steckt, sondern auch, was nach den modellierten Steuern und Abgaben bei Ihnen ankommen könnte.
Vorteile
Wird aufgrund eines versicherten Ereignisses eine vereinbarte Versicherungsleistung fällig, kann diese steuerfrei ausgezahlt werden. Je nach Vertragsgestaltung kann dies auch das vorhandene Vertragsguthaben einschließlich der erzielten Gewinne betreffen.
Erträge innerhalb des Versicherungsmantels werden nicht wie bei einem privaten Depot laufend durch Ausschüttungsbesteuerung oder Vorabpauschalen belastet. Das Geld bleibt zunächst im Vertrag und kann weiter für Sie arbeiten.
Fonds oder ETFs austauschen und die Strategie neu ausrichten? Umschichtungen innerhalb des Versicherungsmantels lösen beim Versicherungsnehmer grundsätzlich keine unmittelbare Besteuerung der dabei realisierten Gewinne aus. So kann mehr Kapital investiert bleiben.
Erfüllt der Vertrag die gesetzlichen Voraussetzungen, wird bei einer Kapitalauszahlung nur ein Teil des Gewinns mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. So kann gegenüber einer vollständig steuerpflichtigen Auszahlung ein erheblicher Steuervorteil entstehen.
Über Bezugsrechte und eine passende Vertragsgestaltung lässt sich festlegen, wer im Todesfall die Versicherungsleistung erhält. Je nach Gestaltung können dabei auch steuerliche Vorteile gegenüber anderen Formen der Vermögensübertragung entstehen.
Steuergesetze können sich ändern. Für bestehende Verträge gelten jedoch häufig gesetzliche Übergangs- und Bestandsschutzregelungen. Ein bekanntes Beispiel sind bestimmte Altverträge von vor 2005, deren Erträge unter den damaligen Voraussetzungen weiterhin steuerfrei ausgezahlt werden können.
Sie profitieren von den Chancen der Aktienmärkte, ohne selbst zum Börsenprofi werden zu müssen. Fonds und ETFs übernehmen einen großen Teil der Arbeit für Sie.
Mit breit gestreuten Fonds und ETFs verteilen Sie Ihr Geld auf viele Unternehmen, Branchen und Länder. Läuft es an einer Stelle schlecht, muss deshalb nicht gleich die gesamte Anlage darunter leiden.
Weltweit investieren, bestimmte Branchen bevorzugen oder besonders breit streuen? Aus einer großen Auswahl an Fonds und ETFs lässt sich die Anlagestrategie passend zusammenstellen.
Mit nur wenigen ETFs oder Fonds können Sie gleichzeitig an Hunderten oder sogar Tausenden Unternehmen weltweit beteiligt sein – statt Ihr Vermögen von einzelnen Unternehmen oder Ländern abhängig zu machen.
Alles auf einmal, Stück für Stück oder als lebenslange Rente: Je nach Tarif stehen unterschiedliche Auszahlungswege zur Verfügung und können teilweise miteinander kombiniert werden.
Bei einer lebenslangen Leibrente übernimmt der Versicherer das sogenannte Langlebigkeitsrisiko. Das bedeutet: Sie erhalten die vereinbarte Rente auch dann weiter, wenn Sie deutlich älter werden als statistisch erwartet.
Was heute passt, muss in 20 Jahren nicht mehr richtig sein. Viele Tarife erlauben Fondswechsel und eine neue Gewichtung der Anlagen, ohne dass dafür der komplette Vertrag beendet werden muss.
Nachteile
Der Versicherungsmantel ist nicht kostenlos. Zusätzlich zu den Fondskosten können Abschluss-, Vertriebs- und Verwaltungskosten anfallen. Je höher diese ausfallen, desto stärker bremsen sie die Rendite.
Ein Depot ist vergleichsweise schnell erklärt. Bei einer Versicherung kommen Kosten, Rentenfaktoren, Überschüsse, Auszahlungsregeln und steuerliche Voraussetzungen hinzu. Ein genauer Blick in den Vertrag lohnt sich deshalb.
An das Geld kommen Sie grundsätzlich heran – aber nicht immer ohne Folgen. Kündigungen, größere Entnahmen oder Vertragsänderungen können Kosten verursachen oder steuerliche Vorteile beeinträchtigen.
Viele steuerliche Vorteile sind an gesetzliche Voraussetzungen geknüpft. Werden beispielsweise Mindestlaufzeit oder Mindestalter nicht eingehalten, kann die steuerliche Behandlung deutlich anders ausfallen.
Fachbegriffe, die Ihnen hier begegnen
Ein Begriff klingt nach Finanzamt, Versicherungsmathematik oder Börsenlatein? Einfach anklicken – der RenditeRitter übersetzt.
Vom Wissen zur eigenen Simulation
Eine Anlageform versteht man am besten, wenn die eigenen Zahlen danebenstehen. Der RenditeRitter setzt alle gewählten Sparformen unter dieselben historischen Marktbedingungen und zeigt Kosten, Steuern, Abgaben und mögliche Auszahlungswege.