Was ist das Altersvorsorgedepot?
Das Altersvorsorgedepot ist ein zertifizierter Vertrag für die private Altersvorsorge. Anders als klassische Garantieprodukte darf es ohne Kapitalgarantie in geeignete Fonds und ETFs investieren. Dadurch kann mehr Kapital am Aktienmarkt arbeiten – gleichzeitig ist das Geld bis zur Altersvorsorge stärker gebunden als in einem normalen Wertpapierdepot.
Wer kann die Förderung bekommen?
Die Förderung ist an die gesetzliche Zulageberechtigung gebunden. Dazu gehören insbesondere viele gesetzlich Rentenversicherte; der Kreis der unmittelbar Förderberechtigten wird mit der Reform erweitert. Im RenditeRitter wird für die AV-Depot-Simulation vereinfacht unterstellt, dass die Person förderberechtigt ist. Ob das im Einzelfall tatsächlich so ist, sollte vor Vertragsabschluss geprüft werden.
Wie hoch ist die Grundzulage?
Auf die ersten 360 Euro Eigenbeitrag pro Jahr beträgt die Grundzulage 50 Prozent. Für den Teil des Eigenbeitrags zwischen 360 Euro und 1.800 Euro beträgt sie 25 Prozent. Bei 1.800 Euro Eigenbeitrag ergibt sich damit eine maximale Grundzulage von 540 Euro pro Jahr.
Wie funktioniert die Kinderzulage?
Für förderfähige Kinder kann zusätzlich eine Kinderzulage hinzukommen. Bis zu einem Eigenbeitrag von 300 Euro pro Jahr wird pro berücksichtigtem Kind eine Förderung von bis zu 300 Euro modelliert. Im RenditeRitter geben Sie deshalb an, wie viele förderfähige Kinder für die Simulation berücksichtigt werden sollen.
Gibt es einen Bonus für junge Sparer?
Ja. Wer zu Beginn des Beitragsjahres noch keine 25 Jahre alt ist und die Fördervoraussetzungen erfüllt, kann einmalig 200 Euro Berufseinsteigerbonus erhalten. Der RenditeRitter erkennt diesen Bonus automatisch aus Geburtsjahr und simuliertem Vertragsbeginn; eine zusätzliche Eingabe ist dafür nicht nötig.
Warum begrenzt der RenditeRitter auf 1.800 Euro?
Gesetzlich kann ein Altersvorsorgevertrag grundsätzlich höhere Eigenbeiträge aufnehmen. Die volle Zulagenförderung ist aber auf 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr begrenzt. Für einen klaren Vergleich simuliert der RenditeRitter beim AV-Depot bewusst nur diesen förderfähigen Eigenbeitrag. Wenn Sparrate, Einmalzahlung oder Sonderzahlung darüber hinausgehen, können Sie den Betrag für die AV-Depot-Simulation kürzen oder das AV-Depot aus dem Vergleich nehmen.
Was passiert mit einem zusätzlichen Steuervorteil?
Neben den Zulagen kann über die Einkommensteuer eine sogenannte Günstigerprüfung zu einem weiteren Steuervorteil führen. Dieser hängt von der persönlichen Steuererklärung ab. Der RenditeRitter berücksichtigt diesen möglichen zusätzlichen Vorteil bewusst nicht im Ergebnis und reinvestiert ihn auch nicht. Dadurch bleibt der Vergleich nachvollziehbar und basiert nur auf den tatsächlich im Vertrag angelegten Beiträgen und Zulagen.
Welche Fonds und ETFs sind möglich?
Im Altersvorsorgedepot darf nicht jedes beliebige Wertpapier liegen. Vorgesehen ist eine gesetzlich begrenzte Auswahl geeigneter Investmentprodukte, insbesondere OGAW-Fonds und OGAW-ETFs. Einzelaktien gehören nicht zum normalen Anlageuniversum des geförderten Depots. Bei Fonds und ETFs spielt außerdem die gesetzlich zulässige Risikoklasse eine Rolle.
Gibt es eine Kapitalgarantie?
Das renditeorientierte Altersvorsorgedepot kann ohne Garantie angeboten werden. Wer eine Garantie möchte, kann stattdessen ein zertifiziertes Garantieprodukt mit 80 oder 100 Prozent Kapitalgarantie wählen. Weniger Garantie bedeutet grundsätzlich mehr Spielraum für Kapitalmarktanlagen – aber auch mehr Schwankungsrisiko.
Was ist das Standarddepot?
Neben frei gestalteten zertifizierten Altersvorsorgedepots ist ein besonders einfaches Standarddepot vorgesehen. Es arbeitet mit einer stark vereinfachten Fondsauswahl und unterliegt einer gesetzlichen Effektivkostengrenze. Diese 1-Prozent-Grenze gilt nicht automatisch als pauschale Kostenobergrenze für jede denkbare AV-Depot-Variante.
Was passiert steuerlich während der Ansparphase?
Erträge, Ausschüttungen und Umschichtungen innerhalb des zertifizierten Vertrags werden während der Ansparphase nicht wie in einem normalen Depot laufend besteuert. Deshalb modelliert der RenditeRitter beim AV-Depot keine Vorabpauschale und keine Abgeltungsteuer während der Ansparphase.
Und wie wird später besteuert?
Gefördertes Altersvorsorgevermögen wird grundsätzlich nachgelagert besteuert. Das bedeutet: Die steuerliche Belastung wird in die Auszahlungsphase verschoben. Der RenditeRitter verwendet dafür die vorhandene Einkommensteuer-Logik und berücksichtigt das eingegebene weitere zu versteuernde Einkommen.
Welche Auszahlung simuliert der RenditeRitter?
Für die Vergleichbarkeit mit den anderen Sparformen verwendet der RenditeRitter beim AV-Depot den Auszahlungsplan. Eine lebenslange Leibrente wird in dieser Ausbaustufe noch nicht dargestellt. Intern werden zusätzlich eine vollständige Kapitalentnahme, eine Entnahme von 30 Prozent sowie der anschließende Auszahlungsplan mit dem verbleibenden Kapital berechnet, damit diese Werte später für weitere Auswertungen zur Verfügung stehen.
Wie behandelt der RenditeRitter Sozialabgaben?
Für einen einheitlichen Vergleich werden Sozialabgaben beim AV-Depot derzeit nach demselben Vergleichsmodell wie bei den übrigen Sparformen berücksichtigt. Die sozialversicherungsrechtliche Behandlung kann vom persönlichen Versicherungsstatus und von der konkreten Auszahlungsform abhängen. Die Modellierung dient deshalb dem Vergleich und ersetzt keine sozialversicherungsrechtliche Prüfung.
Welche Kosten setzt der Rechner an?
Das AV-Depot hat eigene, getrennte Kosteneinstellungen. Abschluss- und Vertriebskosten, laufende Provisionen und Verwaltungskosten können im Adminbereich geändert werden, ohne die Kostenlogik von Direktanlage oder Versicherungsmantel zu verändern. Damit können spätere konkrete Anbieter- oder Provinzialwerte übernommen werden, sobald sie feststehen.
Warum wird auch für frühere Jahre gerechnet?
Das Altersvorsorgedepot startet erst 2027. Der RenditeRitter ist aber ein historischer Vergleichsrechner. Deshalb wird – wie bei allen Sparformen – modelliert, wie sich die Anlage entwickelt hätte, wenn die heutigen gesetzlichen Regeln, Steuern, Abgaben und Kosten über den gesamten gewählten historischen Betrachtungszeitraum gegolten hätten. Das ist eine Vergleichsannahme und keine Aussage darüber, dass das Produkt damals schon existiert hätte.
Vom Wissen zur eigenen Simulation
Theorie ist hilfreich – spannender wird es mit den eigenen Zahlen. Wählen Sie Sparrate, Startjahr und Ihr ETF-/Fondsportfolio und sehen Sie, wie sich unterschiedliche Sparformen unter denselben historischen Marktbedingungen entwickelt hätten.